Sayh al Uhaymir (SaU) 169
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Nach diesen ersten Untersuchungen haben wir aufgrund der Tomographie-Resultate den Stein so gesägt, dass das grosse Gesteinsbruchstück in der Mitte des Meteoriten freigelegt wurde. Zum Sägen haben wir eine Diamantfadensäge benützt, die wenig Materialverlust verursacht.

Meteorit wird gesägt click
Zur Verhinderung von Verunreinigung und Oxidation der Probe haben wir reinen Alkohol als Spül- und Kühlmittel verwendet. Das herausgesägte Stück ist untenstehend gezeigt.

Gesteinsscheibe click

Von dieser Gesteinscheibe haben wir dann Teilstücke für die folgenden Untersuchungen verwendet.

1) Mineralogie und Geochemie:
Zwei polierte petrographische Dünnschliffe wurden hergestellt, um daran Mineralidentifikation mittels Durch- und Auflichtmikroskopie vorzunehmen. Die gleichen Schliffe wurden zur Analyse der einzelnen Mineralien mit der Elektronen-Mikrosonde an der Universität Bern verwendet. Der Meteorit besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Gesteinen: Einer Brekzie mit Schmelze als Grundmasse (87% des Meteoriten) und einem angeschweissten Regolithen (Mondboden; 13% des Meteoriten). Die mikroskopischen Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass Einwirkungen von vier verschiedenen Ereignissen im Gestein erhalten sind. Es zeigte sich auch, dass die Brekzie viel Zirkon enthält, ein Mineral, welches sich für die Altersbestimmung sehr gut eignet.


Dünnschliffbild click

2) Sauerstoffisotopenanalysen:
Diese Messungen wurden an der Open University durchgeführt. Die Methode liefert die besten Hinweise für die Herkunft von Meteoriten. Unabhängig von der Zusammensetzung kann damit aufgezeigt werden, dass Meteoriten von einem bestimmten Himmelskörper stammen. Die Analysen von Sau 169 liegen nahe zusammen auf der sogenannten Erde-Mond Fraktionierungslinie, was eindeutig beweist, dass unser Meteorit vom Mond stammt. Die Tatsache, dass Erde und Mond die gleichen Sauerstoffisotopenverhältnisse aufweisen, ist einer der besten Hinweise dafür, dass unser Mond und die Erde einen gemeinsamen Ursprung haben (entstanden im Zuge einer gewaltigen Kollision zweier grosser Himmelskörper).


Sauerstoffisotopendiagramm click

3) Gesamtgesteinschemie:
Aufgrund der Resultate aus den mineralogischen und petrographischen Untersuchungen wurden verschiedene kleine Bruchstücke der verschiedenen Gesteinsarten ausgewählt, um daran chemische Analysen in den Activation Laboratories, der Universität Bern und am Max Planck Institut vorzunehmen.

4) Altersdatierungen und Edelgasanalysen:
Andere Bruchstücke des Meteoriten wurden für die Edelgas Isotopenanalyse an der Universität Bern, für Kohlenstoff und Berylllium Isotopenanalysen im NSF Arizona AMS Labor, für Argon und Uran-Thorium-Blei Isotopenanalysen an der Universität Bern und für Blei-Blei Ionensonden Isotopenanalysen am Schwedischen Naturhistorischen Museum vorbereitet.

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